Larissa M.

Ich finde Arbeit ist sehr viel Lebenszeit, sowohl im Positiven, als auch im Negativen. Mit keinem Menschen verbringt man so viel Zeit im wachem Zustand, wie mit Arbeitskollegen. Vor allem dann, wenn man Vollzeit arbeitet. Im Negativen könnte man dann eben sagen, dass es einem die Lebenszeit raubt, aber ich finde, dass Arbeitszeit auch Lebenszeit ist. Ich arbeite in einem Bereich, wo die meisten Kolleg*innen mit denen ich arbeite ehrenamtlich sind und da geht es darum, das eigene Tun als sinnstiftend zu sehen. Das gilt auch für mich. Zur Arbeit zu gehen und am Ende dafür Geld zu bekommen ist ja irgendwie ein interessantes Konzept, was in den letzten Jahrhunderten Menschheitsgeschichte gewachsen und nun unser vorherrschendes Modell ist. Ich denke, dass sich das in Zukunft auch wieder mehr verändern könnte und frage mich was mit uns als Menschen passieren würde, wenn es zum Beispiel andere Wege als bezahlte Arbeit gäbe, um genug Geld zu haben um zu leben. Ob beispielsweise durch ein bedingungsloses Grundeinkommen ganz viel kreative Energie frei würde und was das verändern könnte? Und ich glaube, dass sich da auch etwas verändern muss, wenn man die großen Probleme der Welt angehen möchte. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass die Tätigkeiten und Arbeitsbereiche, die nicht vornehmlich dazu dienen Geld zu generieren und wirtschaftlich zu sein, sondern Ziele wie beispielsweise Umweltschutz, Kultur oder das soziale Miteinander fördern, mehr Anerkennung erhalten. Ich fände es schön, wenn der menschliche Fokus größer und der Wirtschaftliche kleiner wird.