Anna B.

Der Arbeitsbegriff verändert sich, doch das immer noch vorherrschende alte Verständnis von Lohnarbeit entwertet die Tätigkeiten der Leute, die etwas unentgeltlich oder für sehr wenig Geld machen, noch heute. Menschen müssen sich selbst mehr einteilen können; was sie machen, wie sie es machen und wann sie es machen. Die Arbeitgeber*innen müssen Kontrolle abgeben können, um dieses feudalistische Arbeitsverhältnis, diese alten Strukturen aufzulösen, damit sehr effektive Arbeitsweisen, wie bspw. das Home-Office in der Gegenwart mehr genutzt werden können. Wir müssen davon wegkommen, dass nur Wenige für viel Gehalt oder Lohn arbeiten und die Anderen, die für weniger oder kein Geld arbeiten, stigmatisiert werden. Der Begriff der Work Life Balance ist grundlegend ein Problem, weil es besser ist, wenn man in einem tätigen Leben die Arbeit nicht mehr als Entfremdung ansehen müsste, sondern sie als Teil eines guten Lebens betrachten kann. Arbeit in der Zukunft muss es schaffen, dass alle Menschen sich das leisten können, was sie zum Leben brauchen und in der Arbeit die Möglichkeit haben, alles das einzubringen, was sie einbringen möchten und können. Für eine gute Zukunft in diesem Land, muss die Gesellschaft durchlässiger werden. Erfolg hängt ganz stark davon ab, wie man aussieht, welchen Namen man trägt, aus welchem Umfeld oder Elternhaus man kommt. Die Gesellschaft ist aber auch gegenüber anderen Arbeits- und Lebensmodellen undurchlässig und ausgrenzend. Die Gesellschaft reproduziert Undurchlässigkeit und eine starke Ungleichverteilung von Vermögen und die Empörung darüber wird auf die falschen Gründe gerichtet. Und sie scheint außerdem nicht so weit zu gehen, dass man wirklich grundlegend etwas daran ändert.