Mara Unger

24 Jahre

Arbeit bedeutet für mich Beschäftigung und Engagement mit und für Dinge, die ich als wertvoll erachte. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Lohnarbeit handeln, da die Entlohnung vor allem im Bereich kultureller Arbeit sowohl für die Veranstalter*innen als auch für die beteiligten Künstler*innen nicht selbstverständlich ist. Meist wird diese Arbeit ehrenamtlich und für nur sehr geringe bis gar keine fianzielle Entlohnung verrichtet - oft auch aus einem Mangel an kulturellem Angebot und dessen Förderung heraus. Auch in Gießen. Mensch muss sich hier oft selbst ein Angebot schaffen, das mensch sich hier wünscht. Das bedeutet zum einen viel unbezahlte Arbeit, die zu Teilen von der Stadt gefördert wird, diese Förderung allein trägt allerdings nur im Bruchteil eine ganze Veranstaltung samt aller Kosten. Darüber kann die Stadt sich mit ihrem Logo auf den Werbeplakaten dann profilieren. Auf der anderen Seite bietet diese Leerstelle an Angeboten die Möglichkeit des individuellen Ausprobierens und Schaffens eigener Beiträge in der Gießener Kulturlandschaft.

Ich klage also an, dass kulturelle Arbeit noch immer nicht die selbe finanzielle Wertschätzung erfährt wie Lohnarbeit, obwohl erstere meist als Aushängeschild einer jungen, diversen Stadt wie Gießen fungiert. Ein weiterer Punkt, der damit Hand in Hand geht, ist die Verdrängung von Orten der Begegnung verschiedener Menschen, nur weil diese "hässlich" seien und nicht ins Stadtbild passen würden. Diese öffentlichen Orte sowie Freiräume und leerstehende Häuser, die fruchtbarer Ort für Innovation und Synergien sein könnten, müssen unbedingt zugänglich bleiben und deren Wahrung von der Stadt mitgesichert und geschützt werden. Ohne diese Orte wird Gießen perspektivisch keine Studierenden und Absolvent*innen halten können, da es weder beruflich lukrative noch kulturell attraktive Möglichkeiten und Angebote zum Leben in Gießen geben wird.