Bärbel W.

Der Mensch ein fühlendes Wesen. Und wer für jemand anderes mitfühlt, der ist für mich ein intelligentes Wesen. In der Zukunft würde ich mir wünschen, dass Menschen sich wieder mehr füreinander interessieren und gegenseitig Verantwortung übernehmen. Praktisch gelebte Empathie ist gut für eine Gesellschaft, wenn man teilt und wer viel hat, dem anderen etwas abgibt. Ich wünsche ich mir unbürokratische Patenschaften untereinander, die auch institutionell initiiert werden können. Zumindest muss manchmal ein bisschen angeleitet und der eine zum anderen geführt werden, der Rest ergibt sich meist von alleine. Ich meine, man lernt so viele Leute kennen, da gibt es immer jemand der z.B. schlecht in der Schule oder Schriftlichkeiten, aber gut zu Fuß ist. Bestimmt gibt es dazu auch ein passendes Gegenüber: Eine bewegungseingeschränkte Person im Ruhestand, die eine Einkaufshilfe braucht und als Gegenleistung Nachhilfe gibt oder z.B. bei Formularen hilft. Das passt gut und jeder hat seinen Nutzen davon! Vielleicht ist da auch jemand mit handwerklichem Geschick, der irgendwo einen Gartenzaun in Schuss hält und dafür einen Blumenstrauß, frisches Obst oder Gemüse bekommt. Besuch und Gesellschaft sind ebenso immer eine echte Bereicherung für isolierte Menschen, die sich damit gegenseitig stärken können. Aber die müssen sich alle erstmal finden! Das kann man relativ leicht in Bewegung bringen, wenn man den Menschen zuhört, ihnen einfach mal die Gelegenheit gibt, von sich zu erzählen. Und dann lässt man die Leute sich begegnen. Je verschiedener diese Tandems, umso interessanter und lebendiger sind sie oftmals für die Beteiligten und natürlich für die Menschen, die sie zusammenbringen konnten. Diese menschlichen „Katalysatoren“ sind ja eigentlich nur gute Zuhörer und Kombinierer und schaffen damit ein übergreifendes Miteinander und Vermischung quer durch die Bevölkerung. Dazu braucht es aber auch Räume und eine Kommunikationskultur, die zulässt, dass sich die unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen nachhaltig verbinden können. Ich wünsche mir mehr Gemeinsinn auch in der Politik. Also, dass man zusammen für die Zukunft denkt und zwar mit allen und für alle gemeinsam und nicht anders, je nachdem welche Partei gerade das Sagen hat. Es gibt überall gute Ideen, die gebündelt das Leben vieler Menschen verbessern können und nicht nur dem eigenen „Klientel“ nützen. Alles eben einfach ein bisschen mehr analog, ganzheitlich, praktisch und lebensecht. Bei uns in der Werkstattkirche funktioniert das jedenfalls schon ganz gut so.