Jugendlich in einer Pandemie, was heißt das?

Johanna Vandepitte (16 Jahre)

Früher dachte ich immer jugendlich zu sein würde heißen alle Freiheiten zu haben, jedes Wochenende mit Freunden Spaß zu haben, auf Partys zu gehen, Verrückte Dinge zu machen, Sachen anzusprayen, neue Leute kennenzulernen, immer neue Orte zu besuchen, immer Neues zu entdecken.

Mittlerweile bin ich jugendlich, ich treffe mich mit maximal drei Leuten, Spaß mit meinen drei Freunden habe ich alle drei Wochen, auf einer richtigen Party war ich noch nie, das verrückteste was ich mache ist seit einem halben Jahr um halb sieben für das Homeschooling aufzustehen, ich habe noch nie etwas an gesprayt, ich habe keine Möglichkeit neue Leute kennenzulernen und die neuesten Orte die ich entdecke sind kleine Waldwege auf der täglichen Spazierrute neben meinem Haus.

Jugendlich in einer Pandemie zu sein heißt Opfer zu bringen, um andere nicht zu gefährden. Es heißt sich in einer wichtigen Entwicklungsphase einzugrenzen und trotzdem von der politischen Instanz nicht wertgeschätzt zu werden. Es heißt als letztes mit dem Impfen dran zu sein, obwohl man das Leben noch gar nicht richtig ausprobiert hat.