Lockdown im Gehirn

Achim Weimer

Wie, wenn wir schwiegen

schweigen würden, für ein Jahr und einen Tag

uns stoisch stechen lassen würden von den Geistern die uns plagen

die, in uns schwirrend, so täuschend tun als ob sie uns die Wahrheit sagen

 

wie,

unsre eigne hochdosierte Meinung zu ertragen

ohne irgend ihr zu glauben, schlimmer, ohne sie zu sagen

selbst wenn nie mehr Einer käme uns danach zu fragen

 

wie, mitten im gedankeninfizierten Rauschen

in uns, um uns

schweigend lauschen

 

wie, ein Jahr und einen Tag lang schweigen

der Schmerzen die sich zeigen

nicht zu achten

noch der Gischt aus hochdosierter Meinung und zersplitterten Gedanken

nicht der in uns schmerzlich festen, dicken Schranken

 

Wer sind wir schon... Angst, Einsamkeit und lächerliche Ohnmacht

ist, was uns verbindet

geballte Dummheit

ist, womit –penetrant -ein jeder jeden schindet

 

und je fester wir an unsern Ketten rütteln

umso fester werden sie

 

wie,

schweigend tiefer sinken

als wär in uns ein stilles Meer

uns am Abend langsam, muschelgleich zu öffnen

unser Herz der Leere und der Leere

unsre Stirn

Lockdown im Gehirn

 

Die Welt... seit es Gedanken gibt

Wasser, ihre Luft, ihr gutes Land auf dem wir gehen

ist peu a peu zum wahren Spiegelbild geworden vor dem wir alle stehen

dem

unserer Gedanken und ihrer Macht

was wir tun, was wir gestalten, war es nicht zuvor gedacht?

In diesem Spiegel, wo (und verarsch Dich nicht beim Schauen) fändest Du –denkend –wahre Hoffnung oder gar Vertrauen?