Friederike

58 Jahre

In unserem Büro sind wir vor allem mit den Problemen, die im Zusammenleben entstehen, beschäftigt. Es geht sehr häufig darum, dass Frauen* sich nicht in die Rolle fügen wollen, die ihnen zugewiesen wird. Manchmal führt das zu Gewalt in den unterschiedlichsten Formen. Wir versuchen dann, gemeinsam mit den Betroffenen Lösungen zu finden. Das ist oft schwierig, und oft auch schmerzhaft, zum Beispiel, wenn eine Trennung unvermeidbar wird.

Ich finde aber auch, dass wir nicht nur individuelle Lösungen brauchen, sondern dass unsere Gesellschaft als Ganzes Verantwortung trägt. 

Die Gesellschaft die ich mir wünsche akzeptiert jeden Menschen mit den jeweiligen Besonderheiten, Stärken und Schwächen. Jeder Mensch soll sich ausprobieren dürfen – auch wenn das zu der „typischen Geschlechterrolle“, zu ihrem Alter oder ihrer Herkunft angeblich „nicht passt“. Was für einen Menschen passt weiß nur dieser Mensch selber. Um herauszufinden was zu eine*r passt muss das Denken frei von (Vor)Urteilen sein dürfen.

Ich wünsche mir, dass die unterschiedlichen Perspektiven von ALLEN Menschen in die Gestaltung unserer Gesellschaft, in ALLE Entscheidungen einfließen. Überall wo diskutiert wird und wo Entscheidungen getroffen werden sollen alle Geschlechter und Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten und Lebensentwürfen beteiligt sein.

Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen bei Diskriminierungen einmischen. Dass alle hingucken und Fragen stellen. Dass wir gemeinsam dazu lernen können. Dass wir mehr Argumente austauschen und uns weniger Positionen um die Ohren hauen.

Ich wünsche mir, dass wir unsere Gesellschaft so gestalten, dass die Menschen im Mittelpunkt stehen. Egal, welchen Geschlechts, welcher Herkunft, welcher sexuellen Orientierung oder -Identität, welchen Alters, welcher Fähigkeiten oder individueller Möglichkeiten.