Kerstin Damm

In welcher Weise stehen die Themen Ökologie Ökonomie und Soziales in unserer Gesellschaft gut miteinander in Verbindung, sind miteineinander in positiver Weise verflochten und wo oder wie können Stellen "kenntlich werden" an denen das nicht der Fall ist.

Mein persönliches Empfinden ist, dass das Thema Ökologie/Klimaschutz nur unzureichend bearbeitet werden kann, solange bestimmte soziale Blickwinkel aus dem Blickfeld geraten.

In unserem Land leben 10 Millionen Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Man könnte fragen wie kann man diese Menschen in das Thema Klimaschutz Ökologie einbinden? Dazu muss man sich aber zunächst fragen in welcher Lebenswirklichkeit befinden sich diese? Nehmen wir mal die "ökonomische Wirklichkeit" in der sich Menschen die im Niedriglohnsektor arbeiten befinden. Ein Arbeitnehmer, der  zum Mindestlohn arbeitet hat in etwa 1650 Euro brutto bei 160 Stunden Arbeitsleistung zur Verfügung. Das sind in Steuerklasse eins etwa 1150 Euro. Gehen wir davon aus dass dieser Arbeitnehmer eine preiswerte Wohnung gefunden hat und 450 -500 Euro kalt für diese kleine Wohnung bezahlt. Hinzu kommen ca 150 bis 200 Euro Nebenkosten. Ziehen wir also 650 Euro von den 1150 Euro ab. Dann sind wir bei 500 Euro. Jetzt gehen wir zusätzlich davon aus, dass der Arbeitnehmer zum Erreichen seines Arbeitsplatzes ein Auto benötigt und 40 Kilometer Wegestrecke zurücklegt (was garnicht so ungewöhnlich ist). Dadurch kommen 80 Kilometer täglich, 400 Kilometer wöchentlich und 1600 Kilometer monatlich zustande. Rechnet man jetzt 6 Liter Spritverbrauch pro 100 Kilometer kommen 96 Liter Spritverbrauch pro Monat zustande. Rechnet man die Spritkosten mit 2 Euro pro Liter kommen wir auf 192 Euro. Wenn man jetzt zusätlich noch Reparaturen, Steuer, Versicherung, Winterreifen und eine kleine Rücklage für den nächsten Wagen hinzurechnet sind wir bei Autokosten von pi mal Daumen 300 Euro im Monat.Rechnet man diese von den verbliebenen 500 Euro ab, hat der Arbeitnehmer noch 200 Euro pro Monat zur Verfügung, nicht ganz 7 Euro am Tag. Von diesen 7 Euro soll er seine Ernährung bestreiten, sich kleiden, Hausrat und Möbel kaufen, kaputte Elektrogeräte ersetzen, kulturell teilhaben und eventuell in der Familie oder Freundeskreis noch Geburtstagsgeschenke machen. Wie lässt sich das gestalten? Müssen sich meinem Empfinden nach Menschen, die sich den gesellschaftlichen Zusammenhalt wünschen fragen und die auch eine Fortschreibung des ökologischen Gedankens wünschen. Ich gehe davon aus, dass dieser Arbeitnehmer 5 bis 6 Euro am Tag für Ernährung ausgeben wird und das können  naturgemäß nicht ausschließlich Bioprodukte sein. Sich kleiden wird er auch müssen. Ob er das beim Discounter macht oder zum roten Kreuz geht bleibt ihm überlassen. Elektrogroßgeräte wie Kühlschrank, Herd, Waschmaschine wird er "auf Pump" kaufen. Woran wird er sparen (müssen)? Fataler Weise an der sozialen und kulturellen Teilhabe. Er wird sich wenig mit anderen "Schichten" mischen können und wahrscheinlich in ständiger Angst leben das Auto könne kaputt gehen oder ein Haushaltsbestandteil oder Miete und Nebenkosten könnten sich erhöhen. Meiner Meinung oder meinem Empfinden nach kann man die Frage der Ökologie insofern es eine echte Ökologie ist nicht von diesen Fragen entflechten.